Es begann mit einer leeren Nische in einem kleinen Theater. 20 Jahre später wandelten Menschen aus aller Welt an ihr vorbei. Das Richard Wagner Festival Wels wurde zu einem zunehmend beliebten Treffpunkt der Wagnerianer. 
Es sind zwei Gründe, warum die Zuschauer einmal im Jahr anreisten: Die Welser Aufführungen wurden geprägt von ihrem hohen musikalischen Anspruch und einer szenischen Umsetzung, die in bewusster Gegenposition zum Regietheater Wagners Werke möglichst textnah visualisiert wurden. Man kann nicht auf der Bühne zeigen, was im Stück nicht vorkommt, sagt Intendantin Renate Doppler.

Entstehungsgeschichte

Zurück zu den Anfängen: 1983 hatte die Familie Just-Doppler das Welser Hotel Greif mit dem dazugehörigen Theater erworben. Sie renovierte das Kleinod und brachte die Bühne auf modernsten Stand. Eines Tages fiel Walter Just, Trodat-Firmengründer und Wagner-Enthusiast, jene leere Nische auf: Kein Zweifel, dass dieser besondere Platz für eine Büste Richard Wagners geschaffen war. „Mein Vater war immer schon ein großer Kenner und Liebhaber von Wagners Musik“, erzählt Renate Doppler. Die Büste wurde mit einem Wagner-Konzert gefeiert, das ein Riesenerfolg und die Initialzündung für das Kommende war. Kein Mensch hätte sich damals träumen lassen, dass das ein internationaler Erfolg werden könnte.

In Wels, wo Hans Sachs, die zentrale Figur aus „Die Meistersinger von Nürnberg“, einige Jahre verbrachte, entwickelte sich das Wagner-Projekt systematisch und mit viel Liebe. Nach dem Eröffnungskonzert 1989 in Anwesenheit von Bayreuth-Chef Wolfgang Wagner beschloss man, jährlich eine Gala zu veranstalten. Die glanzvollen Feste wurden von Gesangstars wie Theo Adam, Lisbeth Balslev, Simon Estes, Reiner Goldberg, Sabine Hass, Janis Martin, Uta Priew, Hans Sotin, Bernd Weikl, Heinz Zednik und vielen anderen getragen.

Der prominente Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen ermunterte schließlich zu szenischen Aufführungen, und so ging 1995 mit beispiellosem Erfolg „Tristan und Isolde“ über die Bühne. Der Publikumsansturm war so groß, dass die Produktion in den zwei Folgejahren wiederholt wurde. Darauf hin folgte „Die Walküre“. Ab 2002 wurden „Siegfried“, „Parsifal“ , „Der fliegende Holländer“ und „Lohengrin“, "Tannhäuser" und 2010 eine Neuinszenierung "Tristan und Isolde" unter der neuen szenischen Leitung von Dietmar Solt aufgeführt.

Ein Drittel des Publikums kam mittlerweile aus dem Ausland. Der personelle Aufwand für die Organisation war durch die familiäre Handhabung minimal. Intendantin Renate Doppler kümmerte sich nicht nur um Spielplan und Besetzung, sondern auch um Betriebsbüro, Werbung usw. Genauso wie das Publikum liebten die prominenten Sänger dieses kleine, feine Festival. Nach dem Ende des Festivalbetriebs im Jahr 2015, erwuchs der Gedanke an eine Neuformierung der Festspiele in der Form vom nunmehrigen "Richard Wagner Festival International Productions". 

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